Dr. Tanja Bernsau gründet den Spurensuche Verlag — und bringt eine vergessene Heldin ans Licht
Mit dem Spurensuche Verlag Dr. Tanja Bernsau entsteht ein neues unabhängiges Verlagsprogramm für Bücher, die es wert sind, erzählt zu werden. Gegründet von der promovierten Kunsthistorikerin, Autorin und Spurensucherin Dr. Tanja Bernsau, erscheint als eines der ersten Bücher im Frühjahr die Biografie der Monuments Woman Edith Standen — einer Frau, die Kunstwerke in der Besatzungszeit nach dem Zweiten Weltkrieg rettete und deren Name bis heute kaum bekannt ist. Aber das ist bei weitem nicht das einzige Projekt, das der Verlag in die Welt bringen möchte.
Ein Verlag aus echter Neugier
Der Spurensuche Verlag ist kein Verlag im klassischen Sinne. Kein Programm das nach Marktlücken sucht — sondern ein kuratorisches Programm für Sachbücher, Biografien und Belletristik rund um Erinnerung, Geschichte, Kunst und Kreativität.
„Bücher entstehen hier nicht, weil es einen Markt dafür gibt, sondern weil eine Geschichte drängt ans Licht zu kommen", sagt Verlegerin Dr. Tanja Bernsau. „Spurensuche ist für mich keine Methode, sondern eine Haltung. Und genau das soll dieser Verlag verkörpern."
Die Publikationen richten sich an ein kulturinteressiertes Publikum — Menschen die Tiefgang suchen, Zusammenhänge verstehen wollen und bereit sind, bekannte Geschichte neu zu lesen.
Als erste Werk ist seit September "Spurensuche: 100 Fragen für Erinnerung, Kreativität und neue Perspektiven" erhältlich. Das Buch führt die LeserInnen anhand von 100 Fragen durch fünf Kapitel – Erinnern, Entdecken, Erschaffen, Bewahren, Verbinden – zu den eigenen Erinnerungen, Erfahrungen und Überzeugungen.
Weitere Projekt in Planung: Edith Standen
Als weiteres Buch wird im Frühjahr 2027 die Biografie von Edith Standen erscheinen — einer der wenigen weiblichen Monuments Officers der amerikanischen Besatzungszeit nach dem Zweiten Weltkrieg.
Standen übernahm 1946 die Leitung des Central Collecting Point in Wiesbaden, dem wichtigsten Sammelort für geborgene Kunstwerke in der amerikanischen Besatzungszone. Dort hütete sie unter anderem die Büste der Nofretete und tausende weitere Werke aus den evakuierten Berliner Museen. Während die Monuments Men durch George Clooneys Hollywood-Verfilmung weltbekannt wurden, ist Standens Name bis heute kaum bekannt. Dr. Bernsau, die seit Jahren zu den Monuments Women forscht, bringt mit dieser Biografie eine vergessene Geschichte ans Licht — sorgfältig recherchiert, lebendig erzählt.
Bereits in Planung sind weitere Titel: ein gemeinsames Buchprojekt mit einer schwedischen Co-Autorin sowie weitere Eigenproduktionen von Dr. Bernsau. Auch Werke von FremdautorInnen werden im Verlagsprogramm erscheinen, deren Themen zur Verlagsidentität passen.
„Ich stelle mir vor, dass der Spurensuche Verlag ein Zuhause wird für AutorInnen, die ähnlich denken wie ich: dass die interessantesten Geschichten selten dort stecken, wo man zuerst hinschaut", sagt Dr. Bernsau.


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